Preisträger 2004

Der Preisträger der „Heißen Kartoffel 2004“ heißt Hans-Dietrich Genscher.

Für seine Verdienste um die deutsche und europäische Einheit wurde ihm der Preis des Mitteldeutschen Presseclub zu Leipzig e.V. verliehen.

Hans-Dietrich Genscher wurde am 1927 in Reideburg bei Halle geboren. Nach seiner juristischen Aus­bildung an den Universitäten von Halle und Leipzig und einer ersten Tätigkeit als Referendar zog er 1952 in die BRD. Nachdem er in den DDR-Liberalen der LDPD erste politische Erfahrungen sammelte, fand er ab 1952 in der FDP seine politische Heimat. Bis 1969 begleitete er die Ämter des stellv. Landesvorsitzenden Bremen, FDP-Landesvorstand, Bundesgeschäftsführer, parlamentarischer Geschäftsführer und stellv. Parteivorsitzender. Unter Willy Brand wurde Genscher Innenminister. Nach dessen Rücktritt 1974 begleitete er das Amt des Außenministers und wurde Vizekanzler. Dem KSZE-Prozeß und den in den 80er Jahren von ihm vorangetriebenen Abrüstungsinitiativen drückte er, wie kein zweiter Politiker, seinen Stempel auf. Als im Oktober 1982 nach einem Mißtrauensvotum gegenüber Helmut Schmidt die CDU/CSU/FDP-Koalition unter Helmut Kohl die Regierungsgeschäfte übernahm, gehörte ihr Hans-Dietrich Genscher wiederum als Vizekanzler und Außenminister an. Zu Genschers erklärten außenpolitischen Zielen zählten in den 80er Jahren das geduldige Festhalten an einer Entspannungspolitik, der Ost-West-Dialog mit einer sich wandelnden UdSSR sowie das Zusammenwachsen der EG. Nachdem sich im Zusammenhang mit dem NATO-Doppelbeschluß die außenpolitischen Fronten verhärtet hatten, plädierte Genscher im August 1983 als erster Außenminister eines NATO-Landes öffentlich für ein Gewaltverzichtsabkommen zwischen Ost und West. Trotz dass Hans-Dietrich Genscher 1985 den Parteivorsitz abgab, blieb er auch weiterhin die Persönlichkeit der FDP. Er warb ab 1987 für eine „aktive Entspannungspolitik“ als Antwort des Westens auf die sowjetischen Bemühungen. Ein wichtiger Meilenstein in Genschers Außenpolitik war sein Plädoyer für eine wirksame Unterstützung der politischen Reformprozesse in Polen und Ungarn. Während den sogenannten „2+4-Gesprächen“ war es ein besonderes Verdienst Hans-Dietrich Genschers, dass er die sicherheitspolitischen Vorbehalte der Nachbarländer sowie der USA und der UdSSR ausräumen konnte. Für seine Verdienste um die Ost-West-Beziehungen und den Frieden in Europa erhielt Hans-Dietrich Genscher die Auszeichnung „der Architekt des neuen Europa“, die Großen Verdienstkreuze von Polen und Ungarn u.a. 1992 tritt er als Außenminister zurück, bleibt jedoch Berater der FDP und erhält mehrere Gastprofessuren.

Die Auszeichnung wurde am 4. November 2004 vergeben. 

Laudatio hielt Sabine Christiansen, Fernsehmoderatorin, Journalistin und Produzentin.

Impressionen der Verleihung an Hans-Dietrich Genscher:

Bilder Archiv ARGOS

Berichte der Presse:

Mitteldeutsche Zeitung vom 04. 11. 2004

LVZ vom 05. 11. 2004 (1)

LVZ vom 05. 11. 2004 (2)

Wochenkurier vom 10. 11. 2004

IHK Leipzig  Wirtschaft  12-2004