Preisträger 2008

Die Preisträger der „Heißen Kartoffel 2008“ heißen Michael Arnold, Jochen Läßig, Petra Lux, Edgar Dusdal, Rainer Pietsch, Martin Kind, Dirk-Michael Grötzsch und Christian Führer.

Preisträger 2008Sie werden als Organisatoren der Friedlichen Revolution 1989 vom Mitteldeutschen Presseclub zu Leipzig e.V. ausgezeichnet.

Michael Arnold wurde 1964 in Meißen geboren. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst. Studierte er von 1985 bis 1990 Zahnmedizin in Leipzig. Zur Zeit der friedlichen Revolution engagierte er sich durch die Verteilung von Flugblättern und Demonstrationsaufrufe zum Thema Menschenrechte und war Mitbegründer des „Neuen Forum“. Nach der Wende gründete er 1991 eine gemeinsame Arbeitsgruppe der neuen Bundesländer für ein Stasi-Unterlagengesetz und 1992 das Forschungszentrum zu den Verbrechen des Stalinismus in Dresden. Michael Arnold hat seit 2003 eine Privatpraxis für Endodontie und Zahnerhaltung.

Jochen Läßig wurde 1961 in erzgebirgischen Schlema geboren. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst ging er verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Bühnenarbeiter am Deutschen Nationaltheater in Weimar, nach. Nach dem Studium der Theologie, was er aber nicht abschloss verdiente Jochen Läßig sein Geld als Straßenmusiker. 1988 war er Mitbegründer des „Arbeitskreises Gerechtigkeit“. 1989 organisierter Läßig in Leipzig das Straßenmusikfestival mit dem Motto „Freiheit mit Musik“. Außerdem beteiligte er sich aktiv an den Montagsgebeiten. Auch Jochen Läßig war 1989 ein Mitbegründer des „Neuen Forum“ in Leipzig. 1994 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er studierte von 1990 bis 1997 Rechtswissenschaften an der Uni Leipzig. Heute ist er Miteigentümer der Anwaltskanzlei Läßig und Landgraf.

Petra Lux wurde 1956 in Thüringen geboren. Nach dem Abitur und dem Volontariat 1975 beim Radio DDR in Berlin folgte das Studium der Journalistik in Leipzig. Im Jahr 1989 trat sie dem „Neuen Forum“ bei. Petra Lux ist eine Mitbegründerin der Fraueninitiative Leipzig. Lux veröffentlichte 1990 zusammen mit Erica Fischer das Buch „ Ohne uns ist kein Staat zu Machen: DDR-Frauen nach der Wende“. Seit 1995 ist sie Lehrerin für TaiChi, QiGong und Reiki und seit 1996 in ihrer eigenen Schule (YIN YANG-Zentrum Leipzig). Im selben Jahr erhielt sie den Journalistinnenpreis „die Hexe“ des Unabhängigen Frauenverband. 2005 gründete Petra Lux das ThaiChiTheater.

Edgar Dusdal wurde 1960 in Cottbus geboren. Er lernte und arbeitet zunächst als Elektromonteur, besucht regelmäßig die „Junge Gemeinde“ und war Mitarbeiter im „Kreisjugendkonvent“ in Senftenberg. Dusdal studierte von 1981 bis 1987 Theologie am Theologischen Seminar Leipzig. Nebenbei arbeitet er im „Arbeitskreis Friedensdienst“ beim Ev. Stadtjugendpfarramt. Seit 1982 ist Edgar Dusdal Mitglied des Regionalausschusses „Frieden und Gerechtigkeit“ bei der Kreissynode in Leipzig. Von 1982 bis 1990 war er aktiv bei den Friedensgebeten in der Nikolaikirche beteiligt. 1987 bis 1989 war Dusdal Vikariat in Leipzig-Markkleeberg. Dusdal ist seit 2003 Pfarrer der Paul-Gerhardt-Kirchgemeinde Lichtenberg in Berlin-Karlshorst.

Rainer Pietsch wurde 1944 in schlesischen Grünberg geboren. Nach dem Abitur und Ablehnung des Studiums fing er auf dem Bau an. Verpflichtet sich dann für drei Jahre bei der Volksmarine, um auf die Handelsmarine-Schule zu kommen. Diese absolvierte Pietsch so gut, dass er für Journalistik-Studium vorgeschlagen wurde. 1967 war Pietsch Volontariat beim DFF in Berlin. Ein Jahr später begann er mit dem Journalistik-Studium an der Karl-Marx-Universität, von welchen es sich ein Jahr später wieder exmatrikulieren lies. 1969 nahm Rainer Pietsch die Tätigkeit als Bauarbeiter wieder auf, absolvierte die Meisterschule und ein Ingenieur-Studium an der Abendschule. Nach dem Abschluss als Diplomingenieur-Pädagogik 1973 arbeitet es als Berufschullehrer. Als 1989 der „Aufruf des Neuen Forums“ kam, engagierte sich Pietsch und wurde einer der sieben Sprecher. Im Jahr 1990 wird Rainer Pietsch Referent für berufliche Bildung im Ministerium für Bildung in Brandenburg, wo er auch nach seiner Pensionierung noch ehrenamtlich tätig ist.

Martin Kind wurde in Altlandsberg bei Berlin geboren. Nach der Berufsausbildung mit Abitur zum Transformatorenbauer von 1963 bis 1966 begann Kind ein Studium als Maschinenbauingenieur. Dieses brach er ab und studierte von 1968 bis 1973 Theologie an der Humboldt-Universität in Berlin. Bis 1974 war Martin Kind Vikar in Spremberg, danach folgte bis 1975 Predigerseminar in Gnadau, bis 1986 Pfarrer in Großräschen und bis 1991 Studentenseelsorger am Theologischen Seminar Leipzig. 1989 nahm er an den Montagsdemonstrationen teil. Durch Edgar Dusdal kam Kind zum „Neuen Forum“, wurde einer der sieben Sprecher und übernahm die Gesprächsleitung bei den Gesprächen der Bürgerrechtler mit der Stasi im Haus der DSF. 1991 ist er Gemeindepfarre in Berlin Friedrichsfelde (heute: Evangelische Paul-Gerhardt Kirchgemeinde Lichtenberg).

Dirk-Michael Grötzsch wurde 1964 in Leipzig geboren. Nach dem Abitur 1983 verweigerte er den bewaffneten Wehrdienst und absolvierte seinen Dienst bei einer Bausoldateneinheit. Von 1985 bis 1990 studierte Grötzsch Evangelische Theologie an der Karl-Mark-Universität Leipzig. Er schloss sich 1989 dem „Neuen Forum“ an und wurde Kontaktperson für interessierte LeipzigerInnen. Als Stipentiat setzte Dirk-Michael Grötzsch sein Theologiestudium von 1991 bis 1994 fort. Er wurde 1995 Evangelischer Kirchenredakteur bei RADIO PSR. 1997/98 war Grötzsch Chef vom Dienst/ Producer bei RADIO PSR, danach dann freier Journalist für Rundfunk und Printmedien. 1999 bis 2013 lebt er in Genf und ist für die deutschsprachige Ausgabe der Lutherischen Information beim Lutherischen Weltbund verantwortlich. Seit April 2013 ist Dirk-Michael Grötzsch Leiter der Stabsstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.

Christian Führer wurde 1943 in Leipzig geboren. Er studierte von 1961 bis 1966 Theologie an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Von 1980 bis 2008 war er Pfarrer an der Nikolaikirche in Leipzig. In dieser Zeit organisierter er zahlreichen Veranstaltungen, Gesprächskreise und Vorträge. Zu diesen gehörten zum Beispiel 1987 Organisation und Durchführung eines eigenständigen Pilgerweges im Rahmen des Olof-Palme-Friedensmarschs, der Gesprächskreis „Hoffnung“ für Ausreisewillige, 1988 der Vortrag „Leben und Bleiben in der DDR“, 1989 die Montagsgebete in der und die Montagsdemonstrationen von der Nikolaikirche aus. 1991 gründete Führer die Kirchliche Erwerbsloseninitiative. Für seine Verdienste erhielt er 1991 den Theodor-Heuss-Preis, 2005 zusammen mit Michael Gorbatschow den Augsburger Friedenspreis und 2008 die Hans-Böckler-Medaille.

Die Auszeichnung wurde am 21. November 2008 vergeben. 

Durch eine Erkrankung war der ursprünglicher Redner Hans Dietrich Genscher verhindert, deshalb hielt die Laudatio Prof. Klaus-Ewald Holst, Preisträger der „Heißen Kartoffel 2003“.

Berichte der Presse:

LVZ vom 09. 10. 2008

LVZ vom 22. und 23. 11. 2008 (1)

LVZ vom 22. und 23. 11. 2008 (2)

Wochenkurier vom 17. 06. 2009